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Rassebeschreibung Budjonny

Ende des 19. Jahrhunderts, als die russische Armee einen großen Bedarf nach Kavalleriepferden hatte, fingen die Remonter (die Leute, die für den Einkauf neuer Pferde zuständig waren) an, die Pferde der Don-Art in großen Mengen anzukaufen. Besonders hoch wurden dabei die Kreuzungen, die von Don-Stuten und Vollbluthengsten abstammten, so genannte Anglo-Don-Pferde, geschätzt. In den ersten Jahren bei der Wiederherstellung der Pferdezucht der Sowjetischen Republik (nach 1917), die große Verluste nach dem 1. Weltkrieg und den Bürgerkriegen erlitten hat, wurde besonders viel Wert auf die Zucht von Kavalleriepferden gelegt.



Budjonny-Herde


Zu diesem Zweck wurden, neben der reinrassigen Züchtung der Don-Pferde, auch Kreuzungen der Don-Stuten und der Verwandten zu dieser Rasse, den Tschernomorsker-Pferden, mit Vollbluthengsten durchgeführt.

Nach einer langen Periode solcher Zuchtarbeit wurde 1948 die neu entstandene Rasse proklamiert, die zu Ehren von Marschall Budjonny, der die Zuchtarbeit stark unterstützt hat, Budjonny genannt wurde.

Lange Zeit wurde die Züchtung nach den Einkäufern der Pferde der Kavallerie ausgerichtet. Die Auswahl der Hengste wurde nach den Ergebnissen einer vielseitigen Nutzung unter dem Sattel des Offizier-Bestandes der Armee und teilweise auch nach den Ergebnissen von Rennen durchgeführt. Mit der Liquidation der Kavallerie als Armee, wurden die Budjonny auch in Richtung Sport selektiert: vorwiegend für das Springen.

BudjonnyWie auch das Don-Pferd wurden die Budjonnys oft als Veredlungsrasse der lokalen Rassen in den östlichen Regionen des Landes verwendet.

Heute sind die Budjonny-Pferde hoch (die durchschnittliche Widerristhöhe bei Stuten beträgt 164 cm), tief und breit (massiv) genug (Brustumfang bei Stuten 194 cm) und verfügen über starke Fundamente (Röhrbeinumfang 20,5).

Im Exterieur der Budjonny sieht man fast keine Mängel, die für ihre Don-Vorfahren charakteristisch waren. Die Exterieur-Eigenschaften, die von den Vollblütern vererbt wurden, werden durch eine bessere Muskelentwicklung ausgeglichen. Wie auch für die Don-Pferde ist für die Budjonny vorwiegend die Fuchsfarbe typisch, oft mit einem goldenen Glanz. Es gibt auch Braune und Dunkelbraune, aber dies Farben wurden vorwiegend durch Vollblüter in die Rasse gebracht. Bei den Pferden dieser Rasse sind weiße Abzeichen auf dem Kopf und an den Beinen nicht selten.

Die Budjonny haben von den Vollblütern die gute Schnelligkeit im Galopp geerbt, da während der langen Periode der Züchtung der Rasse die Pferde nach Rennleistung selektiert wurden. Von den Don-Pferden haben die Budjonny auch die Ausdauer und die Widerstandskraft.

So hat der Budjonny-Hengst Zanos im Jahre 1950 im ganztägigen Distanzritt 309 Kilometer geschafft. Die sportlichen Eigenschaften Budjonny werden hoch eingeschätzt, besonders erfolgreich sind die Budjonny im Springen: in dieser Disziplin haben die Reiter auf den Budjonny-Pferden mehrmals den Landesmeister-Titel gewonnen. Mehrmals hatten die Budjonny-Pferde auch hohe Platzierungen und Siege bei Internationalen Turnieren.

Aber trotz hoher Sportleistung und hohem Springtalent verringert sich das Interesse von Sportlern an dieser Rasse. Dies ist bedingt durch ihren eigensinnigen Charakter.

Budjonny-Hengst SimwolDiese Rasse wird vermehrt in unserem Land gezüchtet und in der Zukunft, bei zielgerichteter Zuchtarbeit und besonders bei der Verbesserung des Temperaments und Charakters, kann sie ihren eigenen verdienten Platz in der Reihe der Sportpferderassen einnehmen.

Die Hauptzuchtgebiete der Budjonny sind im Gebiet Rastow das S. M. Budjonny Gestüt, das Gestüt der 1. Reitarmeen und das Julowski-Gestüt.

Die wichtigsten männlichen Linien sind die Linien von Braslet, Kodeks, Islam, Saksagan, Tschimkent und die Linie, die vom Vollblüter Rubilnik stammt.

Zur Zeit wird die Kreuzung mit Vollbluthengsten weiter durchgeführt und neue Linien werden gegründet.

Bilder mit freundlicher Genehmigung ©Dr. V. A. Parfenov